Reptilienzoo
Regensburg
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Reptilien haben auf die meisten Menschen eine eher unheimliche Wirkung: das Krokodil, welches plötzlich aus einem trüben Gewässer hervorschießt, sein Opfer in die Tiefe reißt, die Schlange, die mit tödlichen Giftzähnen im Unterholz lauert.....

Solche und ähnliche Vorstellungen , das Bild von "Gefahr" und "Unberechenbarkeit" bestimmen unsere Sicht der Schlangen und Echsen.

Dabei ist es eigentlich nur Unkenntnis über das Wesen und die Biologie der Reptilien, die in uns diese Ängste erzeugen. Beschäftigt man sich eingehender mit diesen Punkten, so wird man feststellen, wie faszinierend und eigentümlich diese Tiergruppe eigentlich ist.

 

Hier sehen Sie einen Grundriß des Reptilienzoo. Im Text erscheint der Grundriß immer neben der Erläuterung zu einem Tier und gibt an, wo dieses Tier zu finden ist.


Was sind nun eigentlich Reptilien?

(Eine kleine Betrachtung der Systematik und Biologie)

Der Naturforscher Carl von Linné  teilte Ende des achtzehnten Jahrhunderts die Tierwelt in ein Verwandschaftssystem ein, indem er an Hand von äußeren Merkmalen einen hierarchischen "Stammbaum" der Tierwelt aufstellte. Dies war, wenn man so will, der Beginn der Biologie als Naturwissenschaft.

Hierbei ordnete er jedem Tier einen wissenschaftlichen Namen zu, welcher aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil gibt die Gattung  (genus) eines Tieres an, diesen Namen teilt es sich mit nahe verwandten Arten. Der zweite Teil bestimmt nun die eigentliche Art (species). Desweiteren faßte er Gattungen zu Familien (familia), diese wiederum zu Ordnungen (ordo) und Klassen (classis) und Stämmen (phylum) zusammen. 

Reptilia bezeichnet nun die Klasse der Kriechtiere und Reptilien. Sie gliedert sich auf in die Ordnungen Chelonia, die Schildkröten, Rhynchocephalia, Brückenechsen (mit nur zwei noch heute existierenden Arten), Squamanta, Echsen und Schlangen, und zu guter letzt Crocodilia, die Krokodile. (Bemerkenswert ist, daß man bei eingehender Betrachtung eine nahe Verwandtschaft zu den Vögeln feststellen kann. Diese entwickelten sich im Laufe der Evolution aus einem Seitenzweig der Dinosaurier, einer bekanntlich ausgestorbenen Reptiliengruppe. Als auffälliges Merkmal sei nur angeführt, daß Vögel geschuppte Beine besitzen!)

Im Reptilienzoo Regensburg sind Reptilien der Ordnungen Chelonia und Squamanta zu besichtigen.

Alle Reptilien haben gemein, daß sie wechselwarm (=Kaltblüter) sind. Dies bedeutet, daß sie ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, wie Säugetiere und Vögel dies tun. Das Reptil ist also darauf angewiesen, von der Sonne aufgewärmt zu werden. Ist es zu kalt, so läuft der Stoffwechsel nur sehr langsam und das Reptil kann sich nicht schnell bewegen. Ist es zu heiß, so muß es Schatten aufsuchen, da es nicht schwitzen kann. Arten, welche in gemäßigten Breiten leben, fallen daher im Winter in Winterstarre, wie z.B die Äskulapnatter.


Andere besitzen spezielle Anpassungen im Verhalten, um einer Überhitzung zu entgehen. So bewegt sich die Hornviper seitlich schlängelnd über den heißen Sandboden, und zwar derart, daß immer nur ein kleiner Teil des Körpers den Boden berührt. Dieses Verhalten hat ihr im Englischen zu dem Namen "Sidewinder" (Seitenwinder) verholfen.

Ein Vorteil eines wechselwarmen Tieres ist hingegen, daß es, im Gegensatz zu Warmblütern,  mit einer wesentlich geringeren Nahrungsmenge auskommt, da das Aufrechterhalten einer konstanten Körpertemperatur sehr viel Energie kostet.

Die Hornviper finden Sie im Zoo an folgender Stelle:


Den Grünen Leguan, Otto, finden Sie im Zoo meist an folgender Stelle:

Unser Otto ist zahm und darf gestreichelt werden!

Echsen ernähren sich sowohl pflanzlich, wie z.B der Grüne Leguan, oder mit tierischer Kost, wie Warane oder Geckos. Schlangen sind ausschließlich Fleischfresser.

Bei der Nahrungssuche spielen sowohl optische Reize, wie auch der Geruchssinn eine wichtige Rolle. Einige Schlangen, allen voran die Grubenottern, besitzen ein zusätzliches Organ, das Grubenorgan, mit dem sie Temperaturunterschiede in der Umgebung wahrnehmen können. Dies befähigt sie, auch nachts wärmeabstrahlende Beute wie z.B eine Maus erlegen zu können. 

Das Beutetier wird von Echsen meist gepackt und totgeschüttelt. Schlangen erdrosseln ihre Beute, wie z.B die Riesenschlangen und die Nattern, oder injezieren ein Gift. Man unterscheidet hierbei zwischen Nervengiften (Neurotoxinen) und Hämotoxinen. Erstere wirken auf das Nervensystem, letztere schädigen direkt innere Organe. 


Hier finden Sie verschiedene Kobras und die tropische Klapperschlange: Selten wird das Gift auch zur Verteidigung genutzt. Einige Giftschlangen haben hierbei Sonderanpassungen entwickelt, welche einen potentiellen Feind warnen. Hierdurch spart sich die Schlange das Gift für den Beutefang auf und wird dennoch in Ruhe gelassen: Kobras, wie etwa die Brillenschlange, richten sich auf und spreizen ihre Halsregion zu einem auffälligen Schild. Bekannt ist das Rasseln der Klapperschlangen. Es dient unter anderem dazu, große Weidetiere wie den Bison von einem versehentlichen Zertrampeln abzuhalten, welches für alle Beteiligten tödlich wäre.

Eine besonders interessante Art des Beuteerwerbs können Sie bei unserer Geierschildkröte beobachten. Die große Schildkröte ähnelt äußerlich eher einem Stein und liegt bewegungslos und mit weit aufgerissenem Maul am Boden. Nähert sich ein Fisch, so beginnt die Geierschildkröte ihre Zunge, welche die Form eines kleinen Wurms besitzt, zu bewegen. Der Fisch nähert sich der vermeintlichen Beute und schwimmt buchstäblich ins offene Maul. Hier finden Sie die Geierschildkröte:

© Reptilienzoo Regensburg 2006